Wie viele Dinge braucht man wirklich?

Bücher Minimalismus aussortieren ausräumen

Kürzlich stand ich vor meinem Bücherregal und dachte mir "Diese Bücher werde ich mit Sicherheit nie wieder lesen, brauche ich sie alle wirklich?". Ich hatte mir vor langer Zeit eingebildet, dass ich unbedingt so viele Bücher wie möglich besitzen möchte, da ein mit Büchern vollgestopftes Zimmer eine heimelige Atmosphäre verschafft. Außerdem kaufte ich mir jedes interessant-klingende Buch sofort, obwohl ich noch mindestens 20 ungelesene Bücher in meinem Regal stehen hatte. Mittlerweile fühle ich mich erdrückt von all den Büchern.

Im Durchschnitt besitzt eine Person rund 10.000 Dinge

Wie viel davon man wirklich braucht ist eine ganz andere Frage. Ich besitze vor allem viele Bücher, Kleider, Kräuter, Tees und Utensilien zum Herstellen von Kosmetik. Während mein Blick zum Stiftetehalter neben dem Bildschirm mit zig Kugelschreibern, einigen Bleistiften, Leucht- und Buntstiften und Radiergummis schweift, wird mir bewusst dass ein langer Weg noch vor mir liegt. Man weiß ja nie wann ein Kugelschreiber den Geist aufgibt und ich nicht 9 weitere für den Fall der Fälle benötige!

Schritt 1: Bücher aussortieren

Deshalb habe ich bei meinen Büchern angefangen. Alle Bücher, die ich schon gelesen habe und nicht mehr vorhabe zu lesen, sortierte ich aus. Überraschenderweise waren das rund 60 Bücher. Ich fragte Freunde und Verwandte ob sie interesse an Büchern hätten und verschenkte diese. Daraufhin stellte ich sie auf Verkaufsplattforms, aber leider genießen dort Bücher nicht allzugroße Beliebtheit. Und so verkümmerten die aussortieren Bücher in einem Eck bis ich auf eine zweckentfremdete Telefonzelle gestoßen bin: Die wurde zu einer Büchertauschbörse umfunktioniert! Wie super ist das denn?

 

Bücherzelle Bücher aussortieren Traun Minimalismus
Bücherzelle mit Büchern Minimalismus Traun

 

Ein kleines Problem hat so eine Büchertauschbörse jedoch: Bücher - haufenweise Bücher!! Und dem Drang sich mindestens ein Buch mitzunehen zu widerstehen ist nahezu unmöglich!!!

Und so stand sehr lange in dieser Telefonzelle und redete mir bei jedem einzelnen interessanten Buch ein das ich es nicht benötige... letztendlich erfolgreich, aber das war so als würde man einen Alkoholiker in einen Schnappsladen schicken um leere Flaschen zurückzubringen!

Meine Alternative: Hörbücher und Bücherdownloads. Ich höre Hörbücher gerne beim Putzen! Einerseits erledigt man die lästige Hausarbeit, andererseits liest man quasi ein Buch - das sind zwei Fliegen mit einer Klappe und es fühlt sich richtig gut an. (Andererseits lasse ich auch oft den Staubsaugerroboter durchs Zimmer flitzen während ich ein Buch lese - die ultimative Krönung des Hedonismus). Außerdem lade ich mir mittlerweile (bis auf meine Kräuterenzyklopedien) Bücher herunter und kaufe keine physischen Exemplare mehr. Hier habe ich aber auch leider mind. 10 Bücher die ich noch nicht ausgelesen habe... Ab jetzt wird kein Buch mehr gekauft bis alle ausgelesen sind.

Schritt 2: Kleidung aussortieren

Seltsamerweise ist mir das leichter gefallen als sich von meinen Büchern zu trennen. 4 Säcke habe ich gefüllt, obwohl ich mindestens 1x Jahr meinen Kleiderschrank aussortiere - also war das eher ein Routineeingriff. Aber beängstigend finde ich die Menge schon, vor allem wenn man bedenkt, dass ich öfter Kleidung aussortiere... Verwandte waren natürlich die erste Anlaufstelle um die leider fast nicht getragenen Sachen loszuwerden. Online wollte ich die Kleidung nicht verscherbeln - viel zu wenig Return on Investment - ist ja doch mit viel Zeitaufwand verbund. Also lieferte ich die Sachen gleich an die Kleiderspende.

Zukünftig möchte ich hier bedachter einkaufen - zwar wird es mit der Zeit wirklich langweilig ständig ein und das selbe Shirt zu tragen, andererseits ist mir hier das Maß an Verschwendung nicht geheuer! Vielleicht steige ich auch auf Second Hand um!

Wie sieht es bei euch zu Hause aus? Habt ihr auch viel zu viel Kram oder kauft ihr bedacht ein?

Auf Wikipedia findet ihr eine Auflistung aller Bücherzellen in Österreich.

2 Replies to “Wie viele Dinge braucht man wirklich?”

  1. Bewusster Einkaufen ist sicher lobenswert, aber gar keine Bücher zukaufen würde ich persönlich nicht wollen. Ein Buch in der Hand zu haben und sich darin zu verlieren ist etwas, dass ich am PC nicht schaffen würde und eher zu einer mühsamen Betätigung verkümmern würde. Den Buchtausch halte ich auch für eine tolle Erfindung. Vor kurzem habe ich „ein Buch auf reisen geschickt“. Über https://www.bookcrossing.com kann man Bücher mit einer eindeutig zurückverfolgbaren Nummer registieren und sie an öffentlichen Orten aussetzen. Wer dann das Buch findet und liest, kann einen Kommentar auf der Website hinterlassen und so kann man z.B. verfolgen wohin das Buch überall reist. Ich bin schon gespannt, wie gut das funktioniert und werde vermutlich bei Gelegenheit noch weitere Bücher auf eine Weltreise schicken.

    1. Danke für den Tipp! Werde ich auch mal versuchen!

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